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JourFix Tarock
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(Februar 2021)

4 Jahre Neuentwicklung Tarock Reloaded

Nach fast 20 Jahren Entwicklungspause haben wir Mitte 2016 begonnen erste Schritte in die neue Tarock-Welt zu unternehmen. Endlich sollte die Server-Architektur von Tarock Gestalt annehmen. Der Rest ist Geschichte. Seither haben wir drei Hauptprodukte erstellt, betreiben seit 2017 mehrere Server und die Entwicklung ist noch nicht am Ende. Immer mehr unserer Kunden von damals finden zurück und steigen nun auch in Tarock "reloaded" ein. Wir blicken heute auf die Zeit der frühen 00er-Jahre zurück, ergründen warum Tarock damals zum Erliegen gekommen ist und wie es aktuell gerade läuft. Wir haben unsere Veteranen zum Interview gezerrt.
Zusätzlich gibt es wieder jede Menge an Fragen aus der Community. Los geht's - packen wir es an.

Anfangs des 3. Milleniums

In den 90ern war alles einfach ... aber teuer für kleine Softwareentwickler. Um damals im Handel zu stehen, musste man sich einen Vertriebspartner suchen. Die waren gerade in Österreich sehr rar gestreut. Meistens gab es überhaupt nur drei, welche auf Wien, die Steiermark und Vorarlberg aufgeteilt waren. Diese verlangten knapp 60-70% vom Umsatzkuchen, wenn sie die Produkte in ihren Katalog aufnehmen sollten. Zusätzlich gab es Anforderungen wie geeignete Verpackungen, eine Rücknahme von Retouren und dergleichen mehr. Dadurch konnte eine unbedachte Produktion schnell zum Verlustgeschäft werden.
Nach und nach drängten Großhändler wie Hartlauer oder MediaMarkt in deren Bereiche vor und machten ihnen das Leben schwer. Die Folge war ein erbitterter Kampf um Verkaufsflächen und Auslegebereiche. Eine Palette (200 Stück) Tarock im MediaMarkt neben der Kassa war im Nullkommanix verkauft - 10 Stück im Regal im gleichen MediaMarkt wurden zum Ladenhüter. Schnelle Umsätze freuten die Handelspartner und Ladenhüter machten sie wütend. Dazwischen wurde man unweigerlich aufgerieben - egal ob man als Hersteller etwas dafür konnte oder nicht.

Gleichzeitig kam eine Entwicklung bei den Endkunden an. Ähnlich dem Telefon in den 70ern wollten das viele haben und es auch nutzen. Die Rede ist vom Internet. Es wäre doch toll, wenn man seine Produkte darüber vertreiben könnte. Es gäbe eine direkte Kundenbindung, der Kontakt wäre befruchtend für beide Seiten und die Großhändler sollten schauen wo sie blieben. Ein guter Gedanke, aber angesichts der - aus heutiger Sicht - lahmen Verbindungsgeschwindigkeiten bloß ein schöner Traum.

Wir wollten uns nicht mehr von den großen Margen der Großhändler abhängig machen, nächtelang kein Auge zuzutun in der Angst am nächsten Morgen wieder 3000 Stück Tarock zurückgeliefert zu bekommen. Wir begannen vorsichtig, die Möglichkeiten des Internets zu erkunden. Erste Testserver und Betatests waren ernüchternd. Langsame Geschwindigkeiten, geringe Verbreitung in unserer Zielschicht und eine schwere Auffindbarkeit. Zusätzlich war sich das Team auch nicht einig ob der nächsten Schritte und Möglichkeiten. Kurzum: das Projekt Tarock 2000 für das Internet scheiterte.

Wie bei vielen Bands zerstreuten sich die Mitglieder in alle Himmelsrichtungen und wenige Monate später war es vorbei. Die Trägerfirma verwaltete die letzten Reste, produzierte nichts Neues mehr und wendete sich anderen Aufgabengebieten zu.

Die Zeit der 10er-Jahre

Rund um das Jahr 2010 gab es eine Reihe an Telefonanrufen, die nicht ungehört blieben. Dabei wünschten sich Altkunden sehnsüchtig eine neue Version der beiden Tarockvarianten. Inzwischen war Windows XP nicht mehr so weit verbreitet und Windows 7 zeigte seit einem Jahr, dass die alten Versionen nicht mehr so einfach zum Laufen zu bringen waren. Außerdem war damals schon klar, dass die CD-Rom als Copyright-Schlüssel nicht mehr lange halten würde, denn erste Computer wurden bereits ohne CD-Rom-Laufwerk ausgeliefert. Dieser Trend sollte sich in den nächsten Jahren stark verdichten.

Ein Teil des Teams trat zusammen und prüfte die Möglichkeiten. Welche Hardware? Auch Spielekonsolen wurde als Möglichkeit nicht ausgeschlossen. Welche Programmiersprache? Welches System? Welche Varianten? Es waren langwierige Überlegungen und eines stand rasch fest: Die Veteranen - das Team der 90er - wollte nurmehr beraten und nicht selbst Hand anlegen. Daher wurden mögliche Teams ins Auge gefaßt, Testprojekte vom Trägerverein Spiel&Presse ausgeschrieben und einiges an Geld verbraten. Doch der gewünschte Erfolg stellte sich nicht ein.
2016, drei gescheiterte Projekte mit unterschiedlichsten Teams später wurde es den Veteranen zu viel. Sie setzten sich an eine - für sie zu diesem Zeitpunkt - bisher nie verwendete Programmiersprache (JAVA) und programmierten im Sommermonat Juli einen funktionsfähigen Server und einen experimentellen Spielclient. Im August tauchten sie in der Vorstandsitzung auf, warfen uns quasi die Sourcecodes auf den Tisch und meinten "machts damit was ihr wollt". In einem Monat war etwas neu geschaffen worden, was in sechs Jahren zuvor nicht gelungen war. Klar - wir haben die Veteranen seither nicht mehr ausgelassen und sie haben uns auch dankenswerter Weise duch viele Hochs und Tiefs der nächsten Jahre geholfen.

2017 bis heute

Im Juni 2017 war es dann soweit. Tarock "reloaded" betrat in einer Alpha-Version wieder die Bühne der österreichischen Softwareentwickler. Die ersten Server waren instabil und des dauerte auch nur eine Woche, bis die erste DDos-Attacke den Server kurzfristig aus dem Netz schoß. Doch daraus konnte man lernen, wie Server abgesichert werden mussten, welche Dinge zu beachten waren und wie sie für möglichst viele Unser gleichzeitig zru Verfügung stehen konnten. Ein Lernprozess, der von unseren ersten Usern geduldig mitgetragen wurde. Wir snd noch heute sehr dankbar dafür.

Im Laufe der Jahre beschleunigte sich der Entwicklungsprozess. Tarock XXer brauchte streng genommen vom Juli 2016 bis Anfang 2019, um von der Startphase bis zur Gamma.Stage zu kommen. Tarock XXer Solo von Anfang 2019 bis Jänner 2020. Tarock Königrufen wurde Mitte 2020 begonnen und ist heute bereits in der Beta.Stage. Nicht verheimlichen wollen wir, dass uns die Veteranen heute mehr unter die Arme greifen, als sie anfangs auch selbst geplant hatten. Corona hat unser Konzept der Jugendausbildung ziemlich zum Erliegen gebracht. Es funktioniert ohne direkten Kontakt schlichtweg nicht. Die Ausbildung und Trainings online abzuhalten war nicht erfolgreich bzw. bei weitem nicht so effizient und nachhaltig.

Gleichzeitig zur Neuentwicklung werden auch ständig "Jugendsünden" ausgebügelt, was der damaligen Unwissenheit im Bereich Serverbau in JAVA geschuldet ist. Es mussten erst mühsam die alten prozeduralen Konzepte der 90er-Jahre über Bord geworfen und neue Möglichkeiten übernommen werden. Der Lernprozess läuft auch heute noch. Aber das ist ja genau das, was Programmierung so spannend macht. In der Sicht unserer Veteranen der "beste Job" der Welt. In diesem Sinne hoffen wir, dass sie noch lange Spaß daran haben.

[Rubrik] User fragen ...

Wenn ein König gerufen wird, der im Talon liegt, dann stimmt die Punkteabrechnung nicht! Wenn beispielsweise der Rufer sein Spiel mit 2 Punkten verliert, dann wird er derzeit mit minus 2 Punkten belastet und die anderen 3 Spieler mit jeweils plus 2 Punkten. Richtig wäre, dass der Spieler mit minus 6 Punkten belastet wird.
Ja, Sie haben recht. Das haben wir jetzt diese Woche repariert und kommt mit dem nächsten Updaten.

Ein weiterer Punkt ist wahrscheinlich wesentlich schwieriger zu lösen und auch nicht so wichtig, da ich damit meine meisten Punkte mache ;-) Die KI spielt bei den Ouvertspielen extrem schlecht. Ich habe hier soviele Ouvert-Spiele gewonnen, die unter "realen" Bedingungen absolut unmöglich wären.
Diese Variante ist eigentlich noch nicht wirklich ausprogrammiert. Wir haben die Anzeige und die Möglichkeit jetzt drinnen, weil es sonst dumm ist, wenn die Variante nicht zur Verfügung steht. Aber ja, da muss noch einiges an Arbeit investiert werden. Aktuell empfehlen wir die Ouvert-Varianten auch in den Optionen abzuschalten, wenn man gegen Computergegner spielt. Wegen der vielen Punkte warat's ;-)

Guten Tag, ich möchte gerne wissen, ob die Lizenzen auch auf ios (Apple) Geräten anwendbar sind. Die Gebühr von 39€ wird diese dann nach 6 Monaten automatisch wieder eingezogen (bis auf Wiederruf )? Bekomme ich nach 6 Monaten wieder 2 neue Lizenzen?
Nein, wie bei allen unseren Produkten ist das eine einmalige Gebühr zum Erwerb des Pakets. Nach spätestens 6 Monaten muss lediglich eine Internetverbindung hergestellt werden, um die Lizenz für weitere 6 Monate automatisch zu verlängern. Ja, bei jeder Verlängerung stehen wieder 2 neue Lizenzen zur Verfügung.

Möchte auf meinem I PAD spielen
Leider, Apple bietet leider keine geeignete JAVA-Umgebung für die Tablets an, um Java-Programme darauf laufen zu lassen. Auf dem normalen MAC-Standgerät funktioniert es, aber weder auf iPad noch auf einem Android-Tablet kann es laufen. Es läuft lediglich auf Windows-betriebenen Tablets die auf Windows-Basis funktionieren.

Wir hoffen, es war nicht langweilig für Euch ..

... aber wir haben uns sehr gefreut, dass sich unsere Veteranen zu einem derartig langen Interview bereit erklärt haben. Wir wünschen ihnen noch eine lange Gesundheit, noch viel Spaß an ihrem Job und uns noch einige tolle Spiele.

Euer Tarock-Projektteam

TriangleProductions ist ein Business-Label von Spiel & Presse e.V.
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